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Samstag, 12. Februar 2011

Spenden ohne Quittung

Es ist 9 Uhr morgens am 12ten Zyklustag. Ich habe sehr gut geschlafen. Es ist bereits meine dritte Punktion heute, also kein Grund mehr zur Aufregung. Wir sitzen in der Kinderwunschklinik und warten beide darauf, die Crème de la Crème unseres Erbguts an das Labor abzuliefern. Ich fülle nur noch eben den Narkosebogen aus, während mein Liebster die fehlenden Unterschriften leistet. "Hier bitte die Einverständniserklärung für die Durchführung der ICSI. Und hier bitte noch unterschreiben, dass Sie drei Embyronen zurück haben möchten, und hier ...", betet die Dame aus der Verwaltung das Prozedere herunter.

"So, dann kommen Sie jetzt bitte mit mir!", lautet die beherzte Aufforderung der Assistentin an meinen Mann. Sie weiß es. Ich weiß es. Und er weiß es natürlich. Mein Mann geht jetzt masturbieren. Das gehört zur Kinderwunschbehandlung dazu. Aber immerhin ist es für einen guten Zweck! Es gibt dafür einen extra hierfür eingerichteten Raum, in dem man ein Erotikvideo oder ein Erotikmagazin konsumieren kann, um an einem Samstag morgen um halb 10 ein wenig in Stimmung zu kommen. Bis jetzt hat es jedesmal geklappt! Wir geben uns schnell noch einen viel zu kurzen Abschiedskuss, dann ist mein Mann weg. Durch den Rest muss ich alleine durch.

Die Routine beruhigt und erschreckt mich zugleich. Ich weiß, wie alles läuft. Ich kenne den Raum in dem die Punktion stattfindet, sowie den Aufwachraum und welche Kekse man dort bekommt. Auch bei der geschäftlichen Abwicklung, bei der nun ich an der Reihe bin, gibt es keine Überraschungen mehr. Auf den Formularen ist Platz für vier Unterschriften: 1. Versuch, 2. Versuch, 3. Versuch und 4. Versuch. "Wahrscheinlich sind das Formulare aus den Zeiten, in denen die Krankenkassen noch vier Behandlungen unterstützt haben.", denke ich. In Zeile eins, zwei und drei steht nun meine Unterschrift. "Es ist der letzte Versuch", schießt es mir noch einmal durch den Kopf und auf einmal ist nichts mehr Routine.

Im Operationsaal begrüßt mich die nette Narkoseärztin, mit der ich gestern das telefonische Vorgespräch geführt habe. Ich ziehe mich untenrum aus und lege meine Unterhose zuletzt auf den Kleidungsstapel. Die Unterhose wird mir später, während ich noch in der Narkose bin, wieder angezogen. Es liegt ein Duft von Frangipaniblüten in der Luft. Um dem Doc die Wochenendarbeit zu versüßen, habe ich mein Schamhaar etwas gestutzt und meine Oberschenkel mit Frangipanibutter eingeölt. Ich werde wohl nie erfahren, ob er den Duft dieser schönen Blüten eigentlich mag.

Dieses mal setze ich durch, dass man meine Paradevene an meinem rechten Arm für die Narkose ansticht. Beim letzten Mal hat man trotz meines Protests den linken Arm genommen und prompt bin ich mit einem beträchtlichen Hämatom aus der Narkose aufgewacht. "Doktor Pflanzfort, die Patientin in OP 2 ist für die Punktion bereit." gibt die Assistentin jetzt über einen Hauslautsprecher bekannt, den nur die Ärzte hören. Als mein Doc den OP betritt, bin ich noch wach und er fragt mich wie es mir geht. An das, was ich geantwortet habe, kann ich mich nicht mehr erinnern.

Man wacht erst so richtig auf, nachdem man schon ein paar Meter mit Untrstützung der Narkoseärztin zum Aufwachraum gelaufen ist. Dort wartet mein Liebster auf mich und ich freue mich. Später erzählt er mir, dass ich in den ersten Minuten alles zweimal gesagt habe. Die ersten Worte waren wohl: "Schön, dass Du da bist.", gefolgt von "Habe ich meine Unterhose an?". Schon nach ein paar Minuten bin ich wieder komplett da. Es geht mir gut. Ich habe überhaupt keine Schmerzen, aber ich weiß, dass die später noch einsetzen können. "Scheint gut gelaufen zu sein." denke ich, als mein Doc zur Abschlussvisite reinspaziert.

"Gucken Sie mal, ich habe zehn schöne Eizellen gefunden." gibt er stolz von sich und zeigt uns das Punktionsprotokoll. Daneben steht kurz und bündig: "Sperma Mann: OK." Damit sind für die Kinderwunschklinik alle Vorraussetzungen erfüllt, um sich über das Wochenende mit unserer Reproduktion zu beschäftigen. Alle sind zufrieden und gegen 11 Uhr verlassen wir die Klinik. Eigentlich hatte ich mir für den Tag nichts vorgenommen, aber nachdem es mir so gut geht, entscheiden wir uns spontan für ein leichtes Lebensmittelshopping-Programm. Den ganzen Tag bleibe ich fast schmerzfrei. Das versöhnt mich vollends mit meinem Doc, der doch zu wissen scheint, was er tut. Am Abend schaue ich mir mit Spannung die erste Wetten-Dass Sendung nach dem schweren Unfall an und gehe leicht unterhalten zu Bett. Das war ein guter Tag im Kinderwunschwahnsinn.

Forsetzung

Freitag, 11. Februar 2011

Die Kinderwunschklinik, dein Freund und Helfer

DrillingschwangerschaftHeute ist Freitag, der elfte Zyklustag. Es ist 8:55 Uhr, ich sitze noch beim morgendlichen Café-Latte auf der Couch und dabei laufen die letzten Minuten des Morgenmagazins im ARD-Fernsehen. Ein toller Start in den Tag. Überhaupt ist es ein guter Morgen. Die Last der Entscheidung bezüglich der Anzahl der zu transferierenden Embryonen ist von mir gefallen. Gestern Abend haben mein Mann und ich uns für das Einsetzen von drei Embryonen entschieden. Eine schwierige Entscheidung, die man nicht leicht fällen darf. Wenn der Arzt meint, dass man dieses Risiko in unserem speziellen Fall eingehen kann, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingschwangerschaft bei uns wohl wirklich gering. Aber uns ist klar, dass dieser Fall mit all seinen Folgen dennoch eintreten kann. "Einer von den drei Hübschen wird es sicher schaffen", denke ich bei Nachrichten und Wettervorhersage. Da klingelt das Telefon.

"Unbekannter Teilnehmer", informiert mich der hochauflösende Bildschirm meines Android -Smartphones. "Es ist die Kinderwunschklinik", denke ich und zucke zusammen. Ein Anruf mit unterdrückter Telefonnummer hat bei mir den selben Effekt wie das Erblicken eines Polizeiautos. Beide überbringen meist schlechte Nachrichten. "Franka Fruchtig", melde ich mich mutig. "Hallo Frau Fruchtig, hier ist die Kinderwunschklinik. Ich wollte Ihnen nur sagen, dass Ihre Blutwerte in Ordnung sind." piepst die fröhliche Stimme der KWK-Arzthelferin auf der anderen Seite der Leitung. "Toll." sage ich und wusste gar nicht, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte. Später einmal erfuhr ich von meinem Arzt, dass kurz vor der Punktion nochmal der Progesteron- und Östrogenwert im Blut gemessen werden. Daran erkennt der Arzt, ob z.B. der Zeitpunkt der Punktion richtig gewählt wurde. "Also, bis morgen."
"Jahaa, bis morgen." singe ich ins Telefon als hätte ich einen Preis gewonnen, den ich mir morgen abholen darf.

Fünf Minuten später klingelt schon wieder das Telefon. Und wieder ist der Anrufer unbekannt. "Nanu", denke ich, "ist mein Blut doch nicht in Ordnung?"
"Hallo Frau Fruchtig, hier ist die Kinderwunschklinik. Mein Name ist Frau Doktor Tiefschlaf und ich bin morgen Ihre Narkoseärztin. Können Sie frei sprechen, oder soll ich die Fragen so stellen, dass Sie nur mit 'Ja' oder 'Nein' antworten müssen?"
"Wow", platzt es aus mir heraus, "das ist das erste Mal, dass mich das jemand fragt. Das finde ich sehr nett von Ihnen. Vielen Dank. Ich bin zu Hause und kann frei sprechen."
Den Fragenkatalog, der anschließend kommt, kenne ich bereits vom letzten Mal, bis auf die eine Frage:
"Wissen Sie schon, wieviele Eizellen es ungefähr sind?" knattert es liebevoll aus der Leitung.
"Ja, es sind nur zehn Follikel diesmal", antworte ich und meine Stimme klingt das erste Mal heute morgen traurig.
"Das ist doch gut." antwortet sie. "Die Quantität sagt nichts über die Qualität aus."
"Bei den beiden letzten Malen waren es aber mehr." erwidere ich trotzig wie ein kleines Kind.
"Aber es hat trotzdem nicht geklappt, nicht wahr? Glauben Sie mir, weniger ist manchmal mehr."
Innerlich lächle ich. Dem 38 jährigen Kind Franka hat man Mut zugesprochen und es hat funktioniert.
"Also dann, bis morgen." sagt sie zum Abschluss.
"Ja, bis morgen.", schließe auch ich das Gespräch ab und freue mich absurderweise auf meine Punktion. "Die Kinderwunschklinik, Dein Freund und Helfer!" denke ich noch und lächle wieder.

Fortsetzung

Donnerstag, 10. Februar 2011

Gratis-Tampons gegen schlechte Laune

Für den dritten Ultraschalltermin am heutigen Donnerstag habe ich einen sehr frühen Termin bekommen. Es ist so früh an diesem Kinderwunschmorgen, dass noch nicht einmal Licht im Wartezimmer der Klinik an ist. Auch die Kaffeemaschine gibt nur ein leeres Zischen von sich. Meine Schwester ist wieder mitgekommen. Das finde ich toll. Meine Gesichtszüge laufen jedoch noch im Notstromaggregatmodus und sie schaffen es nicht, ihr meine Freude so richtig zu zeigen. Da werden wir auch schon aufgerufen.

Der Termin verläuft sehr ähnlich wie der letzte. Linker Eierstock ist prall gefüllt, rechter Eierstock hat zwei Mini-Follikel aufzuweisen. "Tja, das kann schon mal sein, dass man einen Zyklus erwischt, in dem nur ein Eierstock aktiv ist.", sagt mein Doc und legt seinen mitleidigen Blick auf. "Ziehen Sie sich erstmal an, dann besprechen wir alles Weitere." Im Umkleideeck des Behandlungszimmers bekomme ich schlechte Laune und schlüpfe nur bockig in meine Hose. "Man(n) hat doch schon am zweiten Zyklustag auf dem Ultraschallgerät gesehen, dass links gute Anlagen sind und rechts nicht. Zu dem Zeitpunkt konnte ich schon selber erkennen, dass sich links einige Minifollikel tummeln. Rechts war aber gar nichts zu sehen." denke ich, während ich meine Schnürsenkel zubinde. Aus Frust packe ich erstmal ein paar Tampons ein, die dort für die Patientinnen kostenlos herumliegen. Das hebt meine Laune kurzfristig.

Zurück im Behandlungszimmer sagt mein Doc: "Es ist doch alles in Ordnung." und versucht mich damit aufmuntern. "Am Samstag können wir die Punktion durchführen und am kommenden Montag den Transfer."
"Hmmmhm." gebe ich wortkark zurück.
"Heute nachmittag nehmen Sie die eisprungauslösende Spritze."
"Hmmmhm."
"Diesesmal sollten wir dann drei Eizellen einsetzen."
"Hmmmhm."
"Am Abend vor der Punktion bitte nach 21:30 nichts mehr essen. Aber das sagt Ihnen auch nochmal die Narkoseärztin."
"Hmmmhm."
"So und jetzt müssen Sie nochmal zur Blutabnahme für den AIDS-Test und dann noch in die Abrechnungsstelle."
"Hmmmhm."
"Bis Samstag."

Ich quäle mir ein Lächeln heraus und gebe meinem Doc die Hand. Komisch, am Anfang hatte ich den Doktor wirklich nett gefunden, aber jetzt wächst mein Misstrauen. Will er meinen persönlichen Wunsch nach einem Kind unterstützen, oder will er diesen Monat einfach noch ausreichend verdienen? Februar ist schließlich ein kurzer Monat; da macht sich im Kinderwunsch-Business sicher jeder Zyklustag bemerkbar. Auf die Idee, diesen Versuch abzubrechen, kam ich leider nicht.

Fortsetzung

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Die Punktion

Es ist Donnerstag morgen 8:00 Uhr. Mein Mann und ich sitzen mal wieder im Wartezimmer der Kinderwunschklinik. Der vierzehnte Zyklustag ist nicht nur der Tag der Punktion, sondern auch der Tag der Entscheidungen. Vor der Entnahme der Eizellen muss man sich entscheiden, wie viele Eizellen man "zurück" möchte, also wie viele Embryonen nach der Befruchtung wieder in die Gebärmutterschleimhaut eingesetzt werden sollen. Mein Doktor empfiehlt zwei befruchtete Eizellen und wir nehmen es hin. Lieber wären mir drei Eizellen, aber der Arzt hat viele medizinische Argumente dagegen, die nicht alle verstehe.

Und passiert mit dem Rest der Eizellen? Schließlich werden alle gewonnen Eizellen befruchtet. Sollen sie eingefroren werden? Und wenn ja, ab wie vielen übriggebliebenen Eizellen möchten wir Einfrieren? Für das Einfrieren werden ein paar hundert Euro berechnet, egal ob zwei oder zehn Embryonen im Vorkernstadium übrig bleiben. Wir entscheiden uns dafür ab zwei Eizellen einzufrieren. Zuletzt muss ich schriftlich zustimmen, dass ich mich dem Narkoserisiko aussetzen will. Nach gefühlten zehn Unterschriften ist die Kinderwunschadministration abgeschlossen. Wir geben uns zum Abschied einen Kuss, denn jetzt führt man mich in den OP und meinen Mann zu einem Zimmer in dem er die Spermaspende abgeben soll.

Ich bin die erste Patientin heute Morgen. An der knatterigen Stimme erkenne ich meine Narkoseärztin wieder. Sie lächelt mich an und fragt: "Sind sie nüchtern geblieben?" Jetzt erst merke ich, dass sich die Stimme zwar knatterig anhört, ihre Körpersprache aber wohlwollend und freundlich ist. Ich fühle mich gleich ein bisschen wohler. Eigentlich geht dann alles sehr schnell. Ich entkleide mich, lege mich auf den Gynäkologenstuhl, bekomme eine Nadel in meine Paradevene geschoben und bin bereit.
"Schieben Sie jetzt bitte, ihre Hände unter ihren Po" knattert es hinter mir. Ich bin erst etwas irritiert, aber dann wird mir klar, dass ich mich damit in eine stabile Lage gebracht habe. In dieser Haltung falle ich selbst im Tiefschlaf nicht vom Stuhl. Die Klinik hat eben Erfahrung!

Als ich zehn Minuten später aufwache, stehe ich schon auf meinen eigenen Beinen und zwei starke Arme schleifen mich ins Aufwachzimmer. Ich merke, dass die nette Assistentin mir meine Unterhose wieder angezogen hat und freue mich darüber, dass man hier mit meiner Würde behutsam umgeht. Eigentlich will ich mich sofort wieder hinlegen und weiterschlafen, aber die Assistentin hält mich wach. "Möchten Sie etwas trinken?" plappert sie drauf los und "Wer holt Sie denn ab? Ist Ihr Mann noch da?". Zum Glück ist meine Schwester eingeweiht. Sie wartet sicher schon draußen. Mein Kopf sackt wieder auf die Liege. "Möchten Sie lieber Pfefferminztee oder schwarzen Tee? Wir haben auch leckere Kekse? Sie müssen doch Hunger haben." Ok, ich verstehe, weiterschlafen ist nicht erwünscht.

Ich fühle mich noch etwas gelähmt, als mein Doktor zur Tür hinein kommt, aber im Kopf bin ich schon wieder klar. Er versichert sich, dass es mir gut geht und bespricht mit mir das Ergebnis. "Dreizehn sehr schöne Eizellen haben wir gewonnen, Frau Fruchtig. Glückwunsch!" Ich lächle ihn an. Er ist wirklich sympathisch. "Geht es Ihnen gut? Haben Sie Schmerzen?" "Nein, Schmerzen habe ich nicht. Ich merke ein Ziehen im Unterbauch, das sich so anfühlt wie Muskelkater." antworte ich ihm artig. "Vielleicht werden die Schmerzen am Nachmittag etwas stärker. Bitte gehen Sie jetzt nach Hause und ruhen Sie sich aus." Um zehn Uhr, also zwei Stunden nach meinem Termin entlässt mich der Arzt in die Hände meiner Schwester. Ich bin glücklich, dass ich den - für mich schwersten - Teil der Behandlung hinter mir habe.

(Fortsetzung: Sie sind weg!)

Mittwoch, 13. Oktober 2010

PU-1

Heute ist Zyklustag dreizehn und die Sonne scheint. Bei diesem herrlichen Herbstwetter wollen wir auf jeden Fall an die Frische Luft und einen schönen Spaziergang machen. Ein Freund von meinem Liebsten meldet sich spontan mit an und wir fahren zusammen zu einer Burg in der Umgebung. Von dort aus kann man einen schönen Rundgang machen und danach vielleicht noch über den Handwerkermarkt schlendern. Mit diesem Relaxprogramm bin ich vom morgigen Ereignis abgelenkt. Pünktlich um 8:00 Uhr werde ich in der Kinderwunschklinik zur Punktion (PU) erwartet. Dieser Eingriff geschieht unter Narkose und mein netter Doktor entfernt mir dabei meine 13 Murmeln. Uahhhhhh! Jetzt spüre ich zum ersten Mal Nervosität in mir aufsteigen.

Auf der Rückfahrt sitze ich im Auto und döse vor mich hin, als auf einmal mein Mobiltelefon klingelt. Anrufer Unbekannt.

"Ja, Hallo spreche ich mit Franka Fruchtig!" knattert eine Stimme aus der Leitung.
"Ja. Wer spricht denn dort?"
"Guten Abend, ich bin Frau Doktor Tiefschlaf, Ihre Narkoseärztin für die Punktion morgen".
"Ah, guten Abend!" versuche ich so freundlich wie möglich zu sagen, denn die Situation mit dem Freund auf der Rückbank, der nichts von unserem fortgeschrittenen Kinderwunsch weiß und jetzt alles mithört, beschleunigt meinen Adrenalinausstoß.
"Ich möchte Sie bitten heute nach 21:30 Uhr nichts mehr zu essen und zu trinken." informiert mich Frau Doktor Tiefschlaf.
"Ok." sage ich nur kurz.
"Es wäre jedoch gut, wenn Sie um 21:30 Uhr noch ein großes Glas Wasser zu sich nehmen."
Daraufhin murmele ich ein zustimmendes "Hmhm, ja." in meinen Hörer und dann kommt der Hammer:
"Was wiegen Sie denn?"
"Das weiß ich nicht so genau." Mein Gott, die Frau muss von mir denken ich bin beschränkt.
"Naja, sind Sie übergewichtig?"
Argh! Was für eine Frage? Welche Frau findet sich nicht ein bisschen zu dick. "Na, ja, also das würde ich nicht sagen."
An Ihrem leichten Seufzen glaube ich zu erkennen, dass Sie es schließlich aufgibt mit mir ein sinnvolles Gespräch zu führen. Sie fügt noch schnell hinzu: "Bitte bringen Sie das Geld für die Narkose bar mit. Bis morgen!"
Mit einem völlig unpassenden "Ja, Auf Wiederhören!", schließe auch ich das Gespräch und lege auf.

Mein Gott, ich HASSE diese Geheimhaltung! Ich bin eine so schlechte Lügnerin. Den Rest der Fahrt starre ich vor mich hin. Alle Unterhaltungen im Auto erlahmen nach diesem Anruf. Jeder scheint nachzudenken.

(Fortsetzung: Die Punktion)